Castellologica bohemica 19



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Studie

Martin Lacina – Jan Musil: Aktuální stav poznání hradu Rabštejnka (okr. Chrudim) a jeho
hmotné kultury

Petr Kastl: Obytné věže (donjony) vybudované ve 14. století a možnosti jejich stavebního
provedení na příkladech šlechtických hradů v Plzeňském kraji

Daniel Kovář: Doklady o stavební podobě zaniklých tvrzí v Machovicích na Českobudějovicku
Jaroslav Panáček: Anselm a Předbor z Ronova – ale ze kterého?
Bogusz Wasik: Monumental castle architecture in Teutonic’s Prussia. Development and Building
Techniques

Bogusz Wasik – Marcin Wiewióra: Lipienek i Starogród – wyniki badań archeologiczno-architektonicznych
przeprowadzonych w 2018 roku

Anna Marciniak-Kajzer: Motte-and-Bailey Castles and Problems With Dating Their Origins
in Poland


Kronika

Jaroslav Panáček: Netradiční laudatio Františku Gabrielovi k sedmdesátinám (PDF)
Josef Hložek: František Gabriel jako vedoucí Katedry archeologie Fakulty filozofické Západočeské univerzity v Plzni
a vedoucí redaktor časopisu Castellologica bohemica (PDF)
Zlata Gersdorfová: Nekrolog Petra Rožmberského (PDF)

Konference, pracovní setkání, workshopy

Josef Hložek: Konference Křivoklát 2019. V. ročník mezinárodní konference věnované památce
prof. Tomáše Durdíka (PDF)

Recenze

Zlata Gersdorfová: Miroslav Dejmal – Libor Jan – Rudolf Procházka (edd.): Na hradech a tvrzích.
Miroslavu Plačkovi k 75. narozeninám jeho přátelé a žáci. Praha 2019 (PDF)
Zlata Gersdorfová: Michal Doskočil – Tomáš Durdík – Viktor Sušický: Zříceniny hradů, tvrzí
a zámků. Jižní Čechy. Praha 2019. (PDF)
Zlata Gersdorfová: Dalibor Janiš – Radim Vrla a kol.: Hrady Zlínského kraje. Lukov 2018 (PDF)
Josef Unger: Zahraniční periodika (PDF)

Zprávy z redakční rady (PDF)

Seznam autorů (PDF)



STUDIE


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Martin Lacina – Jan Musil: Aktuální stav poznání hradu Rabštejnka (okr. Chrudim) a jeho hmotné kultury/Present state of knowledge on Rabštejnek Castle (District of Chrudim) and its material culture

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Abstract: The paper deals with the evaluation of an extensive collection of archeological finds acquired during rescue research of the Rabštejnek Castle (District of Chrudim) that have been taking place since 2013 within the project to stabilize and conserve the castle area in cooperation with the site’s new owners.

Key words: Rabštejnek (District of Chrudim) – aristocratic castles – material culture

Resumé: Die Ruinen der Burg Rabstein befinden sich in der Nähe des Dorfes Rabstein (Katasterbezirk Teinitz, Bezirk Chrudim, Region Pardubitz), etwa 6 km südwestlich von Chrudim. Im Jahre 2013 wurde das Schloss in den Privatbesitz überführt und seit diesem Zeitpunkt fing eine eine neue Welle des fachlichen Interesses an diesem Denkmal an.
Neben den prähistorischen Funden wurden erstmals Funde und Situationen aus der zweiten Hälfte des 13. und des frühen 14. Jahrhunderts registriert. Eine besondere Stellung unter den Fundstücken nimmt die luxuriöse schwarzmetallisch glänzende Tischkeramik ein. Aus dem Gebiet der Tschechischen Republik sind bisher nur wenige vergleichbare Befunde bekannt, und zwar aus Kraschowitz bei Seltschan, weiter aus der nicht mehr existierenden mittelalterlichen Stadt Sekanka bei Dawle, aus Teinitz an der Sasau und Wolin. In Ostböhmen handelt sich um den ersten Fund dieser Art.
Aus der Analyse der Dislokation der archäologischen Funde ergibt sich, dass nur wenige Funde im Bereich des Wohnturmes, des engen Innenhofs und des Nordpalastes zu finden sind und diese dannpraktisch nur auf die Funde von Keramik und Fliesen beschränkt sind. Aus der westlichen Hälfte des Burgkernes und dem anliegenden Teil des Zwingers stammt die größere Kollektion der Keramiksammlung, die in das 15. bis 16. Jahrhundert datiert wird. Von diesem Rahmen weicht der Raum des vermutlichen ursprünglichen Eingangs, wo die größte Keramiksammlung aus den Anfängen der Burg gefunden wurde.
Das an Funden reichste Gebiet befindet sich am Hang unterhalb des Nordpalastes und der Bastei. Aus diesem Raum stammt eine umfangreiche, sekundär deponierte Keramiksammlung. Diese Sammlung wurde um 33 Fragmente größtenteils eiserner Artefakte erweitert. Aus der befestigten Vorburg wurde eine kleine Sammlung der spätmittelalterlichen Keramik und Kacheln gewonnen.
Die zweitgrößte Sammlung von Funden (insgesamt 237 Stücke) stammt aus dem S7–Sektor – von den stark nach Westen abfallenden Hängen bis zum Markowitzer Bachtal. Hypothetisch kann man sich hier eine Miststätte vorstellen, obwohl eine große Sammlung von Metallartefakten auf den Verlauf einer Zufahrtstraße hinweist. Der letzte Fundort ist der S8–Sektor, der eine leicht rückläufige Fläche der Ruinen einnimmt. Dieser Bereich kann in zwei Hälften gegliedert werden. Der nördliche Vordergrund nimmt die nordöstlich und östlich abfallenden Hänge in der Nähe der heutigen Zufahrtstraße zur Burg ein, der südliche Vordergrund fällt dann in den Süden und Südosten ab, wozu auch der Bereich des untergegangenen Meierhofes gehört. Auch aus dem Raum des ehemaligen Hofes stammt eine zahlreiche Sammlung von Eisenartefakten.
Das Material, das durch die Oberflächenausgrabung gewonnen wurde, erweitern die Funde aus den archäologischen Ausgrabungen, die im Zusammenhang mit den Rekonstruktionsarbeiten auf der Burg durchgeführt wurden.
Die Erkenntnisse, die aus den archäologischen Ausgrabungen im Innenraum des Wohnturms durchgeführt wurden, zeigen, dass die Burg in der ersten Phase zu den Vertretern der Burgen mit Mantelmauern gehörte. Der Wohnturm wurde erst in der nächsten Phase zur Burganlage beigefügt. Der spätere Bau des Wohnturmes zeigt sich darin, dass das Mauerwerk nicht mit dem angrenzenden nordöstlichen Abschnitt der Begrenzungsmauer verbunden ist. Die Form und Bauentwicklung des Südwestpalastes bleiben aber weiterhin unbekannt. Die Ausgrabung mittels der Sonde 2/2014 zeigte die Verbindung des Mauerwerks der Pfeiler Nr. 1 mit der Ringmauer, ähnlich wie die Ausgrabung mittels der Sonde 1/2014 im Fall der Pfeiler Nr. 4 und des Wohnturmmauerwerks. Dieser Befund kann jedoch noch nicht das gleiche Alter des Mauerwerks der Pfeiler und der Ringmauer vollständig nachweisen, da die Konstruktion der Pfeiler mit der zusätzlichen Ummauerung des Vormauerwerks einen Zusammenhang haben könnte. Die Position eines Schlitzfensters im Verhältnis zur aktuellen Geländehöhe lässt vermuten, dass es im Bereich des südwestlichen Palastes noch intakte archäologische Situationen gibt. Eine weitere Gruppe von Fragen stellte sich, nachdem einige der Grundlagen in der Sonde 3/2014 aufgedeckt worden waren. Dieser Befund öffnete wieder die Interpretation des Verlaufs der Mauerwerksfundamente an der Innenseite des heutigen Tors. Bisher wurde diese Formation als Überrest der Innenmauer des südwestlichen Palastes interpretiert, nun öffnet sich wohl die Möglichkeit der Interpretation als Teil der Hofseite des betrachteten Gebäudes



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Petr Kastl: Obytné věže (donjony) vybudované ve 14. století a možnosti jejich stavebního provedení na příkladech šlechtických hradů v Plzeňském kraji/Residential towers (donjons) built in the 14th century and the possibilities of their built construction on examples of several aristocratic castles in the Pilsen region

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Abstract: The residential towers of aristocratic castles, which until to date have survived mostly in torsion form, are an interesting chapter of medieval architecture. The detailed reconnaissance of the preserved bricks structures of these buildings can be of key importance to understanding the buildings practices in the middle ages. The south-western region of the Pilsen region has several interesting castles in which the residential tower was one of the dominant elements.

Keywords: Castle – Middle Ages – residential tower (donjon) – 14th century – construction advances – Pilsen region

Resumé: Die vorliegenden Beispiele weisen auf eine gewisse Variabilität in der Bauform der Umfassungsmauern der Donjons einschließlich der Lösung von Deckenstrukturen hin. Auf dem Gebiet des Pilsener Kreises befanden sich insgesamt 12 Burgen, die als Donjon-Typ bezeichnet werden können. Von dieser Zahl gibt es aber nur fünf Objekte, die so erhalten sind, die Rekonstruktion des einstigen Aussehens der Wohntürme möglich wäre. Im Grundrissspektrum dominieren Donjons auf dem quadratischen und rechteckigen Grundriss. Auf Grund der durchgeführten Untersuchungen und Dokumentation dieser Objekte können drei bzw. vier Grundschemas identifiziert werden. Die meist verbreitete Variante der Bauform in dieser Region ist ein Mauerwerk, in dem die Deckenbalken gefestigt wurden (Neu Hirstein, Rabi). Eine andere häufige Ausführung der Donjons, ist die Variante mit zurückgezogenem Mauerwerk mit eingelassenen Deckenbalken, die durch die Burg von Puschberg und Neu Riesenberg repräsentiert wird. Die dritte (in der untersuchten Region) einzigartige Variante ist der Donjon mit dem zurückgesprungenen Mauerwerk, bei dem die Holzstrukturen der einzelnen Decken in den Innenraum eingefügt werden. Diese Variante wurde auf der Burg Bayereck verwendet. Bei allen diesen Beispielen handelt es sich um eine Version des Donjons mit mehreren flachen Decken, von denen angenommen werden kann, dass die meisten durch eine einflügelige Holztreppe miteinander verbunden waren. Eine Ausnahme stellt die Burg Puschberg dar. Im Fall von Puschberg wurde die vertikale Verbindung zwischen den Stockwerken wahrscheinlich durch einen separaten Treppenhauskorridor gewährleistet. Bei der Wandstärke der Umfassungsmauern treten geringfügige Abweichungen bei den erforschten Donjons auf (Tabelle 1). Eine weitere beobachtbare Variable ist der für die betreffenden Objekte inkonsistente Querschnitt der Deckenbalken (Tabelle 2 – dieser Wert ergibt sich aus den erhaltenen Balkenöffnungen).



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Daniel Kovář: Doklady o stavební podobě zaniklých tvrzí v Machovicích na Českobudějovicku/Evidence of the construction scheme of abandoned fortresses in Machovice in the District of České Budějovice

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Abstract: The paper focuses on the issue of two abandoned fortresses known as Machovice in close proximity to Čejkovice (District of České Budějovice). While the fortress situated to the south was abandoned at the beginning of the Thirty Years’ War, the fortress located to the north was preserved in the form of ruins until the advanced stages of the 18th century. Based on archival sources and archeological material, the author attempts to outline the construction scheme of the fortress.

Key words: Machovice (District of České Budějovice) – fortresses – castell

Resumé: Der Beitrag beschäftigt sich mit der Problematik von zwei verschwundenen Festungen, die unter demselben Namen bekannt sind. Der Autor weist auf die schriftlichen und ikonographischen Quellen hin, die über die ursprüngliche Bauform berichten. Seine Behauptung wird auch durch die archäologischen Quellen unterstützt, die während der Oberflächenausgrabungen in der Lokalität gefunden wurden. Die Kombination der genannten Quellen führt dann zur Korrektur der bisherigen Erkenntnisse über die Existenzdauer beider Festungen und ihrer Architektur. Die erste Festung wurde schon vor dem Jahre 1368 gegründet. Aus diesem Jahre stammt die erste Erwähnung über Machowitz von einem Prädikat. Als Überrest der ältesten Festung gilt in der Literatur eine gut erhaltene kreisförmige Festung mit einem Wassergraben, der sich in einen kleinen Teich verwandelt, die etwa 1,5 km südwestlich von Tschejkowitz liegt. Nördlich davon befand sich die zweite Festung, die größer und wahrscheinlich auch jünger war und die von mehreren Seiten durch die Teiche geschützt wurde. Die genauere Lokalisierung dieser Festung ist problematisch, weil der Burgstall wegen der Sandgewinnung völlig verschwand.
Die südlich orientierte Festung wurde zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges verlassen und verfiel schnell; die Reste der nördlichen Festung standen noch im fortgeschrittenen 18. Jahrhundert. Die Kombination der schriftlichen Quellen und archäologischen Funde führt den Autor zum Schluss, dass die nördliche Festung möglicherweise nach der Mitte des 15. Jahrhunderts unter der Herrschaft von Kuneš von Machowitz entstanden ist. Die massive Erdbefestigung wurde mit einem Wassergraben kombiniert. Der Grundriss der Festung könnte von Anfang an eine unveränderbare Form und Größe haben (ca. 50x50 m) – als Analogie zu den großen spätgotischen Festungen aus der Region können wir Zuckenstein und Sonnenberg bei Gratzen oder das Alte Schloss in Libejowitz bei Wodnian erwähnen. Irgendwann im dritten Viertel des 16. Jahrhunderts konnten die Palastflügel sowie die Türme an jeder Ecke zugebaut werden. Das Ergebnis gewann die Form des ursprünglich italienischen Kastells, das sich im dritten Viertel des 16. Jahrhunderts im Mitteleuropa ausbreitete und das sich unter anderem mit einem sehr repräsentativen visuellen Effekt auszeichnete. Der Sitz von Machowitz II gehörte wahrscheinlich zu den in Böhmen wenig verbreiteten Vertretern dieses Bautyps und stand mit seiner Ausdehnung und Wertlegung auf den Wohnbereich an der unübersichtlichen Grenze zwischen Festung und Schloss.



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Jaroslav Panáček: Anselm a Předbor z Ronova – ale ze kterého?/Anselm and Předbor of Ronov – but which Ronov?

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Abstract: The correct origin of the name of the brothers Anselm and Předbor of Ronov, prominent men of the court of Duke Jan Zhořelecký, was determined nearly thirty years ago. Despite this fact, the erroneous link the Ronov Castle near Stvolínky (District of Česká Lípa) still survives in some publications. The purpose of this paper is to give proof of the fact that the predicate of Anselm and Předbor of Ronov in fact originates from Ronov Castle near Hirschfelde (today Trzciniec in Poland) and their activity was linked primarily to the area of Zittau and Upper and Lower Lusatia. At the same time, the paper attempts to correctly attribute historical sources to the Castles of Ronov near Hirschfelde and Ronov nad Sázavou.

Key words: Ronov Castle – Anselm and Předbor of Ronov – Duke Jan Zhořelec

Resumé:Die Brüder Anselm und Předbor von Rohnau, die prominenten Mitglieder des Hofes Herzogs Johann von Görlitz, stammten aus dem Klingensteiner Zweig der Familie von Ronowitzer. Ihr Vater stammte aus der zweiten Generation der Klingensteiner Brüder Henzlin von Klingenstein – wahrscheinlich war identisch mit Johann (auch Hanusch) von Helfenburg, dem Gründer oder Besitzer der Burg Helfenburg bei Auscha. Der Ursprung des Prädikats beider Brüder wurde vor fast dreißig Jahren erklärt. Es hat sich gezeigt, dass die Brüder nie etwas mit der Burg Ronburg in der Nähe von Stvolínky (Drum) zu tun hatten und ihr Prädikat von der Burg Rohnau in der Nähe von Hirschfelde (heute Trzciniec in Polen) abgeleitet wurde. Gleichzeitig wurde versucht, die schriftlichen Quellen der Burg Rohnau bei Hirschfelde und Ronau an der Sasau korrekt zuzuordnen.
Anselm und Předbor verübten die wichtigen Positionen am Hof des Görlitzer Herzogs sowie in der Ober- und Niederlausitz und in Zittau. Anselm wurde 1380–1386 zum Landeshauptmann in der Niederlausitz ernannt und vor 1386 wurde er Marschall am Hof des Herzogs von Görlitz.
Zu dieser Zeit wurde Předbor als Lehrer von Johann von Görlitz ohne weitere Erklärung oder klare Bezugnahme genannt. Im Jahre 1388 wurde Anselm in das Amt des Pfarrers von Görlitz berufen und verwaltete gleichzeitig einen herzoglichen Teil der Niederlausitz. Im Jahre 1390 gewannen die Brüder vom König Wenzel IV. das Amt des Landesvogtes im Weichbild der Stadt Zittau. Im Jahre 1391 wurde Anselm selbst zum Landesvogt für den Görlitzer Landkreis. Im Jahre 1392 wird Předbor als Marschall der Herzogin, d. h. Johanns Frau, bezeichnet. Anselm fiel im Jahre 1395 aus der Gunst und wurde zusammen mit seinem Bruder von dem Zittauer Amt entlassen. In den Jahren 1397 und 1399 ist Předbor als Marschall der böhmischen Königin und Burggrafen des Königsgratzer Landkreises genannt.
Schon im Jahre 1400 richteten Anselm und Předbor von Rohnau ihre Aktivitäten aus Lausitz nach Böhmen. Předbor gewann vor dem Jahre 1405 Šebín (Bez. Leitmeritz) und Anselm und seine Söhne bekamen im Jahre ins Pfandbesitz die Burg Woschitz mit dem Zubehör. Anselm starb wahrscheinlich kurz nach dem Jahre 1412 und Předbor vielleicht noch vor dem Jahre 1415.



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Bogusz Wasik: Monumental castle architecture in Teutonic’s Prussia. Development and Building Techniques/Monumentální hradní architektura v teutonském Prusku – vývoj a stavební techniky

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Abstrakt: Článek se zabývá vývojem hradní architektury v Prusku (především správních hradů) v období od roku 1280, kdy politická stabilizace řádového státu vytvořila základ pro rozvoj monumentální architektury. Základním modelem hradu se stal pravidelný kastel, ale jak ukazují nedávné výzkumy, pokračovalo se i v budování starších nepravidelných hradů uzpůsobeným dispozičně dle nových vzorů. Toto období lze obecně charakterizovat jako dobu kvalitativního a kvantitativního nárůstu staveb. Špičková architektura šla společně s vývojem stavebních technik v kombinaci s promyšleným plánováním staveb. Model správního hradu vytvořený v poslední čtvrtině 14. století se používal až do počátku 15. století.

Abstract: The article characterizes castle building development in Prussia (primarily commanders’ castles) from about 1280, when political stabilization and state development created the grounds for advancements in monumental architecture. The model of a typical castell was modified in the Teutonic state, but as recent research demonstrates, the construction of older irregular castles that followed these new patterns continued. The period is characterized by a qualitative and quantitative boom in construction. High-quality architecture went hand in hand with the development of building techniques in completing sophisticated structures, masonry and earthworks. The model of commander castle created in the last quarter of 14th century was still in use until the beginning of the 15th century.

Klíčová slova: hrady Řádu německých rytířů – Prusko – Německý řádový stát – kastely – stavební techniky

Resumé: Die Deutschen Ritter kamen um 1230 in die Gebiete, in denen es keine Ziegelbaukunst mehr gab. Die Entwicklung monumentaler Architektur war in den ersten Jahrzehnten praktisch unmöglich – nicht nur wegen der mangelhaften Infrastruktur, aber auch wegen der dauerhaften Aufstände, die die Eroberung der preußischen Gebiete begleiteten. Die Situation änderte sich um 1280, als die Eroberung der preußischen Länder beendet war und die Ritter gewannen die hiesigen Gebiete. Die Ritter starteten eine neue Kolonisierung und gründeten zahlreiche Städte und Dörfer. Die Zeit des Friedens schützte die stetige Entwicklung neuer Siedlungen und die Ritter konnten sich auf die Verbesserung der Infrastruktur und der Landesverwaltung konzentrieren, was wiederum wirtschaftlichen Wohlstand verursachte und bildete die günstige Bedingungen für die Entwicklung der monumentalen Architektur.
Als das Beste wurde ein Modell von dem Kastell-Typ angenommen. Die älteste (noch nicht vierflügelige) Objektgruppe umfasste die Burgen, die im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts in der Weichsellagune errichtet wurden. Das Kulmer Land registriert zwei Arten von den Burgen, die in den letzten beiden Jahrzehnten des 13. bis Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut wurden. Gleichzeitig wurden die alten unregelmäßigen Burgen nach neuen Trends umgebaut und erhielten zwei oder drei Flügel mit den Galerien. Die letzten Burgen, die zu Beginn des 15. Jahrhunderts erbaut wurden, hatten wieder stark vereinfachte Formen. Trotz stilistischer Unterschiede wurden alle Burgen nach analogischem Zeitplan errichtet: an einem neuen Standort, in der Regel ohne Verwendung der alten Erdhochburg, wurde die Projektion mit der typischen hiesigen Kulmer Maßeinheit und den Proportionen ad quadratum erstellt. Der Bauprozess wurde in mehreren Schritten durchgeführt – die Schritte zum Vervollständigen des ursprünglichen Plans: I – Errichtung der Ringmauer, II – Zentralflügel, III – andere Flügel, IV – Zwinger, wenn überhaupt. Die Varianten der Flügelreihenfolge wurden in Strasburg beobachtet und in Löbauer Bischofssitz, so die Forscher, zusammen mit einer Zwingermauer und einer Ringmauer gleichzeitig errichtet. Parallel dazu wurden Erdarbeiten durchgeführt, bei denen Höhen und Tiefen von 1 bis 4 m angehoben wurden. Fertigstellung von Arbeiten in den unregelmäßigen Burgen, Bau von Zwinger; aufwändige Erdarbeiten wurden auch durchgeführt.
Alle diese Arbeiten erforderte qualifiziertes Personal, das zunächst aus Norddeutschland mit zeitlich begrenzten Fachkräften nachgeholt wurde. Handwerker wurden unter der Aufsicht eines teutonischen Beamten unter Vertrag genommen.
Die Erschließung monumentaler Burgen findet in der für die Geschichte des Deutschen Ordens kritischen Zeit statt – der Verlust des Reiches im Heiligen Land und die Verlegung des Großmeisterssitzes nach Venedig sowie in die Nähe von Marienburg, was das Prestige des Ordens in Preußen hervorhob.



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Bogusz Wasik – Marcin Wiewióra: Lipienek i Starogród – wyniki badań archeologiczno-architektonicznych przeprowadzonych w 2018 roku/Lipienek and Starogród – results of archeological and architectonic research carried out in 2018

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Abstract: The article presents results of research carried out in 2018 at Lipienek and Starogród Castles. New plans were created for Lipienek Castle based on geodetic measurement; research confirmed the existence of wood-clay fortifications on the site of the later castle. In Starogród, the site labeled as the third outer bailey was researched; however, findings showed that the site was actually the original town of Chelmno.

Keywords: Lipienek – Starogród – Chełmno – castle – Teutonic knights

Resumé: Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse der Erforschung der Burg in Lipienek und der sog. drittenVorburg in Starogrod, die im Rahmen des Forschungsprojektes Castra terrae culmensis – na rubieżychrześcijańskiego świata durchgeführt wurden. Die Beiden Orte liegen in Terra Culmiensis, auf dem Gebiet des ehemaligen Deutschordensstaates. Der Burg in Lipienek wurde vom Anfang an als eine Burg mit der regelmäßigen Form gebaut (Kastell). Die Forschungen beständigen, dass die erste Bauphase dem allgemein benutzten Praktik entspricht – die ursprüngliche Bau war nur aus Holz und Erde. Im Rahmen der Forschungsarbeiten wurde auch eine neue Vermessung der Burg gemacht.
Die Forschungen in Starogrod bestätigen, dass die dritte Vorburg, bzw. Teil, der bisher als die dritte Vorburg bezeichnet wurde, gehört zu dem ersten Gründung der Stadt Chelmno. Es war um eine aus den zwei sicher lokalisierten Städten, die kurz nach dem Einzug der Kreuzritter im 13. Jahrhundert gegründet wurde.



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Anna Marciniak-Kajzer: Motte-and-Bailey Castles and Problems With Dating Their Origins in Poland/Hrady typu motte a problémy s datováním jejich počátků v Polsku

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Abstrakt: Článek se zabývá datováním objektů typu motte, které byly na základě dosavadních archeologických výzkumů považovány za nejstarší v Polsku. Na základě nově provedených testů radiokarbonové metody datování byla potvrzena datace do 13. století pouze u dvou objektů z devíti zkoumaných.

Keywords: Motte - Poland - Radiocarbon dating

Resumé: Der Zweck der Untersuchung (9 Lokalitäten) bestand darin, die korrekte Datierung der Motte-Objekte zu überprüfen, die nach früheren Ausgrabungen als die ältesten in Polen angesehen wurden (sie wurden in das 13. Jahrhundert datiert). Die Proben, die an 6 Objekten erhalten wurden, wurden dem 14C-Test unterzogen. Die Daten, die ihre Funktionsweise im 13. Jahrhundert bestätigten, wurden nur bei zwei Standorten erhalten (Małków, Orszyowo). Weitere zwei Objekte (Szczekociny, Kiełbów Stary) können wir in das 14. Jahrhundert und die Lokalitäten Piekary und Wilkanowo in das 15. Jahrhundert datieren.
Der Überprüfungsversuch war also teilweise erfolgreich. Nur bei zwei Lokalitäten wurde bestätigt, dass die frühe Datierung (13. Jahrhundert) korrekt sein kann. Es wurde jedoch bewiesen, dass die Chronologie solcher Stätten, die auf der Grundlage der traditionellen Datierung archäologischer Artefakte ermittelt wurde, nicht genug präzise ist, um in der modernen Wissenschaft verwendet zu werden. Es sollte mehr Gewicht auf die Probenahme zur Datierung und die Bereitstellung angemessener Mittel für Labortests gelegt werden.