Castellologica bohemica 18



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Studie

František Gabriel – Lucie Kursová: Stavební dějiny v archeologii na příkladu Starého zámku
ve Škvorci (okr. Praha-východ)

Karel Hamberger: Hrad Reichenstein (okr. Schwandorf) v česko-bavorském pohraničí
a jeho konzervace ve 20. století

Daniel Kovář: Munitio sive fortalitium. Označování panských sídel na dominiu pánů z Rožmberka
v písemných pramenech. Diskusní příspěvek

Jan Musil: Novověká jímka na hradě Košumberku
Stanislav Vohryzek: Možnosti studia moravské středověké šlechty a jejich sídel na základě
písemných pramenů – případová studie region Jemnicka

František Záruba: Karlswald, zapomenutý hrad Karla IV.?
Aleksander Andrzejewski – Jan Salm: The Castle in Pińczów: Research, Protection
and Exposition of Relics

Bogusz Wasik: The beginnings of castles in the Teutonic Knights’ state in Prussia
Bogusz Wasik – Marcin Wiewióra: Castra Terrae Culmensis – the Results of New Studies of Castles
in Chełmno Land (Starogród and Unisław)



Konference, pracovní setkání, workshopy

Josef Hložek : Konference Křivoklát 2018 (PDF)

Recenze

Jan Boukal: Tomáš Velička (ed.): Písemné prameny k dějinám hradu Kašperk
(do počátku 17. století). Kašperské Hory 2017.(PDF)
Josef Unger: Fabian Küng – Jakob Obrecht – Waltraud Hörschl: Die Burg Kastelen bei Alberswil.
Prähistorische Siedlung, Adelsburg und patrizische Landsitz im Luzerner Wiggertal. Schweizer
Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelelters 43. Basel 2017. (PDF)
Josef Unger: Armand Baeriswyl – Peter Niederhäuser (Hrsg.): Zeugen vergangener Macht
und Herrschaft. Schweizer Burgen und Schlösser vom Mittealalter bis heute. Schweizer Beiträge
zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters 45. Basel 2017.(PDF)
František Záruba: Jan Mareš – Jana Mikovcová – Vít Pávek – Petra Rudolfová – Martin Volf: Jimlín
a Nový Hrad. Jimlín: Obec Jimlín 2017.(PDF)
František Záruba: Václav Cílek – Martin Majer – Radoslava Schmelzová a kol.:. Tetín svaté Ludmily.
Místo, dějiny a spiritualita. Praha 2017.(PDF)
Josef Unger: Zahraniční periodika(PDF)

Seznam autorů (PDF)



STUDIE


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František Gabriel – Lucie Kursová: Stavební dějiny v archeologii na příkladu Starého zámku ve Škvorci (okr. Praha-východ)/ Construction Development in Archaeology based on the Example of Starý Zámek in Škvorec (Prague-East District)

(celý článek v PDF)

Abstract: The paper presents the ideal model of building development of Starý Zámek in Škvorec,which has been created by visual survey of walls uncovered by archaeological excavation. Thewalls have been evaluated as independent stratigraphic units with the use of old publications interpreting the building. However, the model does not include the assessment of bulk anthropogenic layers and their objects.

Key words: castle – Medieval Period – building history – archaeological survey – Škvorec

Resumé: Im vorliegenden Beitrag wird die Rolle der Baugeschichte bei archäologischen Untersuchungen analysiert. Dieser bietet dadurch für die Zukunft eine Möglichkeit, die Auswertung von freigelegten Mauern mit der Auswertung des Gesamtbefunds zu vergleichen, und zwar unter der Voraussetzung, dass der Untersuchungsleiter das Studium des Gesamtbefunds ermöglicht.
Die Forschungsarbeiten begannen mit einer Analyse des Mauerwerks. Das „Mauerwerk“ wird als Konstruktion definiert, die direkt bei den Bauarbeiten aus verschiedenen Baumaterialien realisiert wird. Bei den Materialien werden Grundbaustoffe (Stein, Baukeramik, Holz) und Bindemittel (Mörtel) identifiziert, die dann in verschiedene Gruppen, Klassen, Varianten und Untervarianten unterteilt werden. Das Bindemittel in dem „Alten Schloss“ (Starý zámek) war in den meisten Fällen Kalkmörtel mit unterschiedlichen Sandanteilen und verschiedenen physikalischen Eigenschaften. Aufgrund einer Mauerwerkanalyse wurde ein deskriptives System von Baustoffen und Bindemitteln im untersuchten Mauerwerk zusammengestellt.
Eine Mauer wird als stratigraphische Einheit erfasst, definiert als vertikale, gemauerte Konstruktion, die eine Seite eines beliebig geformten Bereichs abgrenzt oder abgrenzte. Als stratigraphische Einheit wird eine Mauer durch das gleiche Mauerwerk ohne Rücksicht auf ihren Verlauf bestimmt. Die Beschreibungen in diesem Beitrag werden auf die bei den archäologischen Untersuchungen freigelegten stratigraphischen Einheiten mit einem möglichen Übergang zu überirdischen Mauern beschränkt. Es handelt sich lediglich um Mauerrelikte ohne erhaltenen Putz. Sie werden durch den entsprechenden Baustoff, das Bindemittel und den Mauerwerkverband charakterisiert, bei dem Bruchsteinmauerwerk und gemischtes Mauerwerk überwiegt.
Was die zeitliche Einordnung betrifft, werden die freigelegten Mauern ausschließlich relativ datiert:
• jüngeres Mauerwerk
• gleichaltes Mauerwerk
• älteres Mauerwerk
Bei der relativen Datierung wird von den räumlichen Relationen der stratigraphischen Einheiten ausgegangen. Die Bestimmung der zeitlichen Beziehungen ist nicht immer eindeutig. Der vertikale Anschluss an der Verbindungsstelle von zweien stratigraphischen Einheiten werden in zwei Varianten erfasst (S – Anschluss – einfaches Aufeinandertreffen der Mauern an ihrer Fuge; P – Anschluss in zwei Varianten: P1 – Anschluss durch Verschmelzung; P2 – Verzahnung des Baustoffes in allen Bauschichten von beiden stratigrafischen Einheiten). Der horizontale Kontakt ist um einiges komplizierter. Keine der stratographischen Einheiten wies den Putz oder die Spuren vom Putz auf. An der Sichtseite einiger Mauern oder an ihren gelockerten Kronen können nur kleinere Eingriffe in das Mauerwerk beobachtet werden, die mit den durchgeführten Sanierungsarbeiten oder dem Zumauern von Maueröffnungen zusammenhängen.
Die Mauern werden durch zweistellige Zahlen markiert, diese werden im Plan aufgezeichnet (Abb. 1). Bei der Bestimmung des Mauergefüges (der Mauerstruktur) wird von dessen Profil, dem verwendeten Baumaterial und der Anordnung einer oder beider der Sichtseiten ausgegangen. Anhand des Baustoffs lassen sich einheitliche und gemischte Mauern unterscheiden. Die Sichtseite der Mauern kann in unregelmäßige und regelmäßige unterteilt werden. Regelmäßiges Mauerwerk wird weiter in Schichten- und Bruchsteinmauerwerk gegliedert. Am Ende der Beschreibung sind auf der Grundlage von festgestellten Objekten und deren Eigenschaften die Dicke der Mauer, ihre Disposition (einarmig, zweiarmig, …, und Block), ihre Orientation sowie weitere Informationen in einer Anmerkung angegeben. Am Ende der Anmerkung werden die Entstehung der Mauer auf sowie Bilder angeführt, die die beschriebene Mauer dokumentieren.
Bei der Untersuchung der Orientierung der stratigraphischen Einheiten werden zur Kennzeichnung der Mauerrichtung die Beziehung ihrer Längsachse zur Vorderseite der Burg benutzt. Als Vorderseite der Burg wurde eine Mauer gewählt, die an den Grundbau eines walzenförmigen Baus von Norden auf der rechten Seite und von Süden auf der linken Seite anliegt (Abb. 1). Alle Mauerrichtungen, die wenigstens ungefähr in der gleichen Richtung verlaufen, werden als Quermauern, und Mauern, die ungefähr rechtwinklig zur Burgvorderseite verlaufen, als Tiefenmauern bezeichnet. Die Richtung der Quermauern wird durch ihre Anschlüsse, beziehungsweise durch die Rechts-Links-Orientierung beim Blick auf die Vorderseite der Burg, bestimmt. Bei Tiefenmauern wird die Richtung durch ihre Anschlüsse oder die Vorn-Hinten-Orientierung von Osten bestimmt. Eine deutlichere Abweichung von der Quer- oder Tiefenrichtung wird als diagonal bezeichnet. Die gleichen Bezeichnungen werden bei der Richtungsangabe mutmaßlicher Mauern benutzt.
Die abknickenden Mauerabschnitte werden als „Arme“ bezeichnet und geben ihre Richtung an. Aufgrund der visuellen Analyse des Mauerwerks wird ein optimiertes Modell der Bauentwicklung des Sitzes in Škvorec vorgelegt. Der Ausgangspunkt unserer Einteilung der stratigraphischen Einheiten sind ihre räumlichen Beziehungen. Daneben wird bei der Bestimmung des Erbauungszeitpunkts auf die Art ihrer Gründung gestützt (1 – fester Felsuntergrund; 2 – Relikte älteren Mauerwerks, oder in Aushebung in lockeren Schichten ohne Rücksicht auf die Gründungsfuge auf dem Fels oder lockeren Untergrund; 3 – die archäologischen Untersuchungen erlaubten keine Bestimmung der Gründung). Durch die vorgestellte Unterteilung entstehen 8 mögliche Varianten, wobei die zweite Zeile in der ersten Spalte leer bleibt (Tab. 1). Die Matrix ermöglicht die Hypothese, dass die Gründung einer Mauer aus einer einzigen Gesteinsart mit dem Bau auf dem Felsuntergrund korreliert. Die gemischten Mauern aus verschiedenen Gesteinsarten, einschließlich durch die Behauung bearbeiteter Gesteine, stehen dagegen, jedoch nur auf der Grundlage eines einzigen Elements, mit der Anlage von Mauern auf dem lockeren Untergrund in Verbindung. In die gleiche Gruppe fallen meist gemischte Ziegel- und Steinmauern (Tab. 2). Die Entwicklung des Sitzes begann laut der zeitgenössischen Quellen unter der Herrschaft Ottokars II. Přemysl (FRB IV, 352). Erneut tauchtŠkvorec im Prädikat „Wolfframi de Scworecz“ auf, welches im Jahr 1385 (LE II, 219, Nr. 374) und danach häufiger in verschiedensten schriftlichen Aufzeichnungen.
Die durch die archäologischen Untersuchungen freigelegten stratigraphischen Einheiten fallen in drei verschiedene Bauetappen. Die erste begann vor dem Jahr 1279 und kann in zwei wahrscheinlich schnell aufeinander folgende Phasen (Abb. 22) unterteilt werden. Diese ergeben zwei grundlegende Fragen: Der Burgeingang befand sich nicht an der Vorderseite der Burg. Links und rechts verlief die Burgmauer weiter in die rückwärtige Richtung. Rechts schloss sie an die Ecke eines durch die Tiefenmauer 14 begrenzten Gebäudes an. Hier befand sich eine Türöffnung mit einem an der linken Sichtseite angebrachten Portal. Die Funde von Gewölberippen deuten auf ein Kreuzgewölbe hin. In der zweiten Phase wurde die Bebauung der Kernburg erweitert und eine neue Vorburgmauer (18) vor der Kernburg errichtet. Mit der Mauer und ihrem Tor ist die erste der grundlegenden Fragen verbunden. Sie betrifft den ältesten Zugangsweg, der mit der Mauer 37 verbunden ist und der vom Norden über einen Abhang zu einem von der Mauer 38 abgegrenzten Objekt verläuft (Abb. 27).
In die zweite Bauetappe (Abb. 24) werden insbesondere die Mauer 33 und die mit ihr in Zusammenhang stehenden Mauern eingeordnet. Diese Bauetappe müsste hinsichtlich der räumlichen Beziehungen ebenfalls in einige Bauphasen und Mikrophasen unterteilt werden. Sie fällt in die Zeit des Abrisses der älteren Mauern 01, 13, 14, 28, 30, 31, beziehungsweise auch 02, also in die Zeit, in der das Gelände durch die Anhäufung des Schutts dieser Mauern erhöht wurde. Die Mauer 33 ersetzte anscheinend die mittelalterliche Burgmauer 31, die auf das heutige Geländeniveau heruntergesetzt wurde. Der Felsuntergrund blieb jedoch immer noch zumindest zum Teil freigelegt. Die Mauern 04 und 16 gehören wahrscheinlich zu einer Mauer, die auf die Mauer 01 angelegt wurde und den vorderen Palast an der Burgmauer abgrenzte. Durch die zweite Bauetappe wird der Umbau des ehemals befestigten Sitzes in einen eher repräsentativen Sitz angedeutet. Der Umbau der Burg zum Schloss wurde durch die letzten, weitreichenden Umbauarbeiten abgeschlossen. Diese bestanden u.a. in der Anlage von Mauern auf Bauschutt in Aushebungen, auf älteren Mauern oder auf der Geländeoberfläche. Dieses Modell der Bauentwicklung des Sitzes wirft die zweite grundlegende Frage auf, die den Typ der Burganlage betrifft. Die Breite dieser Frage im Allgemeinen und die weiteren damit verbundenen Fragen stellen uns vor die bereits oben genannten Probleme.




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Karel Hamberger: Hrad Reichenstein (okr. Schwandorf) v česko-bavorském pohraničí a jeho konzervace ve 20. století/Castle Reichenstein on the czech-bavarian border (Schwandorf District) and its conservation in 20th century

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Abstract: This article is focused on evaluation of written sources and documentation of the double repairs of the castle (1926–1929 and 1962–1963). Original construction plans and photographic documentation has been preserved. The paper tries to clarify the role of castle Reichenstein in czech-bavarian borderland and his the hypothetical structural building form.

Keywords: Reichenstein – castle – Medieval Period – Czech-Bavarian border

Resumé: Die Gründung der Burg Reichenstein bleibt wegen des Mangels an Belegen in den schriftlichen Quellen im dichten Nebel gehüllt. Die bayerische Forschung datiert die Burgentstehung im 11. bis 13. Jahrhundert. Die erste schriftliche Erwähnung über die Burg stammt erst aus dem Jahre 1333. In dieser Zeit wurde die Burg von den Herren von Hostouň (Bezirk Domažlice – Taus) gehalten. Die Reste der Burg Reichenstein befinden sich auf einem hochgelegenen und bewaldten Gipfel des Reichensteins im Oberpfälzer Wald im bayerischen Grenzgebiet, in der Höhe von 874 m über Meeresspiegel, etwa 1,3 km nordöstlich von der Gemeinde Stadlern (Bez. Schwandorf). Dem Burgareal dominiert ein noch relativ ein gut erhaltener runder Bergfried, der ein beliebtes Touristenziel ist. Von dem ursprünglich 25 m hohen Bergfried blieben 19 m erhalten er steht auf einem felsigen Schrägbett. Der Baumeister passte die Arbeiten möglicherweise an die schwierigen natürlichen Gegebenheiten an. In dem Einstiegsniveau wurde der Bergfried vom Vollstein gebildet. Die wesentliche Bedeutung von dem Bergfried beruhte wahrscheinlich eher in seiner symbolischen Ebene, d. h. in der repräsentativen und symbolischen Funktion, als in seinen Verteidigungsfähigkeiten.
Der Bergfried litt während der Jahrhunderte unter den schlechten klimatischen Bedingungen und der mangelhaften Pflege. Die ursprüngliche Form des Bergfrieds wird beispielsweise auf einer Aufnahme aus dem Jahre 1906 festgehalten. Die erste Sanierung wurde in den Jahren 1926–1929/30 durchgeführt und dann wieder in den Jahren 1962–1963. Die erhaltene Baudokumentation weist auf die Schwierigkeiten hin, die bei den Rettungsarbeiten zur Sanierung des Bergfrieds auftraten(z. B. logistische Probleme im Zusammenhang mit dem Transport von Material oder der Geldmangel). Die erste Sicherung des Bergfrieds (1926–1929/30) ist ein Zeichen von sogenannten romantischen Bemühungen. Der Bergfriedsmantel wurde mit unregelmäßigen, außen ausgekleideten Steinen versehen, die dem Bergfried die heutige "Igel"-Optik verleihen. Diese Bemühungen knüpften jedoch nicht an den Ausgangszustand des Bergfriedes an. Im breiten Umfeld gibt es keine Analogien für die gewählte Lösung. Auch die US-Truppen sind für das Aussehen des Bergfriedes im negativen Sinne verantwortlich. Sie gruben an seiner Ferse eine Höhle mit der Absicht, einen Schatz zu entdecken. In den Nachkriegsjahren wurde diese Stelle bis 1962 zu einer Touristenattraktion. In diesem Jahre begann man mit der statischen Gesamtsicherung des Bergfrieds und das Mauerwerk wurde ergänzt.



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Daniel Kovář: Munitio sive fortalitium. Označování panských sídel na dominiu pánů z Rožmberka v písemných pramenech (diskusní příspěvek)/ Munitio sive fortalitium. Assessing the Manor Houses in the Rosenberg Dominium in Written Sources (discussion contribution)

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Abstract: The paper tracks the use of terms which were used in medieval written sources to indicate manor houses. Within the sample of sites belonging to the extensive Rosenberg dominium, the main residential features were named hrad in Czech, castrum in Latin, and Vest/Veste, or Haus/ Hus in German. The smaller features were then called tvrz in Czech and munitio in Latin, with more Latin terms such as fortalitium or castellum standing vaguely in the middle. Moreover, the fashion of designation may have oscillated according to the importance of the manor, and other factual or linguistic context.

Key words: The Rosenberg Family – nomenclature – written sources

Resumé: Die Familie der Rosenberger herrschte in der Vergangenheit in wesentlichen Teilen von Südböhmen. Das Gebiet ihres Dominiums dehnte sich auch in West- und Mittelböhmen aus. Der vorliegende Beitrag ging aus dem Studium der Burgen und Festungen in den schriftlichen Quellen aus und stellt die Frage, ob die Bezeichnung der Burgen und Festungen in den mittelalterlichen schriftlichen Quellen bei den modernen Diskussionen über die Typologie von diesen befestigten Objekten helfen kann. Die bedeutenden Sitze, die oft als Herrschaftsresidenzen dienten, sind in den tschechisch geschriebenen Texten als „hrad“ bezeichnet; diesem Begriff entspricht in der Latein „castrum“ oder der mittelhochdeutsche Ausdruck „Vest/ Veste“ oder auch „Haus/Hus.“ Nach den Hussitenkriegen, seit dem zweiten Drittel des 15. Jahrhunderts wird der alte Begriff „hrad“ durch den Ausdruck „zámek“ in den Quellen ersetzt, entsprechen dann in den deutschsprachigen Quellen durch „Schloss/Geschloss.“ Die Lokalitäten von der kleineren Bedeutung und Dimension wurden tschechisch als „tvrz,“ lateinisch dann „munitio,“ bezeichnet. Der eigenständige deutsche Begriff dafür wurde (überraschend) nicht aufgenommen. Der lateinische Ausdruck „fortalitium“ wurde manchmal für die Objekte benutzt, die auf der Grenze zwischen einer Burg und Festung stehen. Allgemein kann man sagen, dass die Wahl des benutzten Begriffs durch den sprachlichen, chronologischen und geographischen Kontext beeinflusst wurde. Der Begriff selbst reflektierte die damalige Bedeutung der Lokalität und ihre aktuelle Stellung im Verwaltungssystem des rosenbergischen Dominiums. Die Bezeichnung einer bestimmten Lokalität konnte dadurch im Laufe der Zeit in einzelnen schriftlichen Quellen schwanken und umgewandelt oder angepasst werden. Eine gewisse Rolle spielte auch die visuelle Wirkung des Sitzes in der Landschaft und seine eventuelle dominante Position.



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Jan Musil: Novověká jímka na hradě Košumberku/Modern Period Cess-Pit from Košumberk Castle

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Abstract: During the reconstruction of Košumberk Castle (Chrudim District, Pardubice Region) in 1976, a brick cess-pit was discovered. Based on finds analysis (esp. glass and pottery), the cess-pit has been dated to the 16–17th century.

Key words: Košumberk – cess-pit – pottery – glass – Early Modern Period

Resumé: Die Burgruine von Košumberk stellt eine bedeutende Dominante am linken Ufer des Flüsschens Novohradka nicht weit von der Stadt Luže dar (Abb. 1). Die Burg wurde auf einem markanten Felsvorsprung über diesem Flüsschen aufgebaut. Das enge Tal wird hier zu einem offenen Gelände von Chrudim, dadurch handelt es sich um eine strategische Lage. Aus der siedlungsgeographischen Sicht wurde die Burg am Rande des alten Siedlungsgebiets situiert. Die Burgruine selbst ist seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts systematisch archäologisch untersucht. Die ersten Aktivitäten sind mit der Genossenschaft für die Rettung der Burg Košumberk zu verbinden. Die reguläre archäologische Untersuchung verlief in der Lokalität erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, und zwar in dem Zusammenhang mit den umfangreichen Denkmalgestaltungen in den Jahren 1973–1977, die durch NP GEOINDUSTRIA durchgeführt wurden. Die archäologische Beaufsichtigung hielt damals das Kreismuseum Ostböhmens in Hradec Králové (Königgrätz) unter der Leitung von J. Sigl.
Im Jahre 1976 wurde neben dem Burggrafschaftsgebäude ein neuzeitlicher Abfallbehälter entdeckt. Während der Erdarbeiten wurde nur die archäologische Beaufsichtigung gesichert. Als es zur Entdeckung der archäologischen Situationen kam, wurden auch die Säuberung und Dokumentation in der Form von einer Terrainskizze mit einer Beschreibung durchgeführt. Die Fotodokumentation wurde nicht wegen des Zeitmangels aufgenommen. Aus dem Objekt stammt eine zahlreiche Kollektion der Funde – 161 Bruchteile (insgesamt 3818 g) – 142 Stück Keramik (Küchenkeramik, Tischkeramik), 1 Stück Baukeramik, 1 Fragment von einem eisernen Gegenstand und 17 Bruchstücke aus Glas. Die Funde sind heute im Museum Ostböhmens in Königgrätz unter Nr. 112/76 deponiert.
Die Funde stammen aus dem Zeitraum von der Wende des 15./16. Jahrhunderts bis zum späten 17. Jahrhundert. Zur Aushöhlung des Abfallbehälters kam es wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem Umbau des Burggrafschatsgebäude im Jahre 1641. Diesem entspricht auch die Datierung der Keramikkollektion; chronologisch empfindlich sind die importierten Täufer aus Fayence und die Funde der Hohlgläser. Die Keramik und andere Gegenstände wurden in den Abfallbehälter im Zusammenhang mit dem Verlust der Residenzfunktion der Burg nach dem Jahre 1684 weggeworfen. Im Jahre 1769 wird die Burg ausdrücklich als unbewohnbar erklärt.


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Stanislav Vohryzek: Možnosti studia moravské středověké šlechty a jejich sídel na základě písemných pramenů – případová studie region Jemnicka/The possibilities of study of Moravian middle age nobility and its seats with the use of written
sources – case study Jemnice region


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Abstract: The Moravian written sources from medieval age suitable for study of medieval nobility and its seats are better preserved than the same sources from former Czech kingdom, mainly thanks to preserved Land Tables. It was already used in encyclopaedias dedicated to castles and manor houses. To study existence and number of seats of lesser quality – manorial farms attested only by written sources it’s necessary to focus on this problem in smaller regions. In this case we choose region of former judicial district Jemnice from 19th century. In middle ages there was large share of allodium property of lesser nobility there, which make possible to clearly demonstrate the possibilities of study of medieval Moravian written sources.

Klíčová slova: manor house – manor farm – Jemnice region – middle age – lesser nobility

Resumé: Die mährischen schriftlichen Quellen, vor allem die Landtafeln, ermöglichen (im Vergleich mit Böhmen), die Entwicklung des mittelalterlichen Landesbesitzes zu verfolgen. Die Landestafeln bringen die Informationen über die Transaktionen mit dem freien adeligen (Allodial)Besitz oder mit dem Lehensbesitz, der in den Quellen oft bei der Auflösung der Lehensabhängigkeit erscheint. Die Informationen über den bischöflichen Besitz sind in den Olmützer Lehens- und Gerichtsbüchern zu finden.
Die schriftlichen Quellen bringen solche Quantität der Informationen über die Adelssitze unterschiedlichen Niveaus, die auf die Frage der ersten Erscheinung der Prädikate und ihre Beziehung zu dem Beleg über die Existenz der Herrensitze eine Antwort geben können. Dadurch kann die Kategorie der fraglichen Sitze reduziert werden, die aus einigen Verzeichnissen der Herrensitze bekannt sind.
Die schriftlichen Quellen des Mittelalters bringen keine neuen Informationen über die Herrensitze in der verfolgten Region hinsichtlich ihrer Gestaltung (im Unterschied zur frühen Neuzeit). Sehr wenige Informationen stehen über die Lokalisation der einzelnen Objekte zur Verfügung; mehrere Einträge gibt es über das Zubehör der einzelnen Herrschaften und Besitze. In der vorhussitischen Zeit kann keine Konzentration des Adelsbesitztums beobachtet werden; für das Eigentum in dieser Zeit ist signifikant, dass dies in der untersuchten Region sehr zerschmettert war. Während der Revision der schriftlichen Quellen gelang es, neu die Festungen in Třebětice, Bělčovice und Lubnice zu lokalisieren.
Der Beitrag beinhaltet den Katalog der Herrensitze im ehemaligen Bezirk Jemnice und beschreibt insgesamt 25 Lokalitäten im Lichte der schriftlichen Quellen (Bačkovice, Báňovice, Bělčovice, Budkov,
Jemničky, Kostníky, Krajovice, Lhotice, Louka, Lovčice, Lubnice, Menhartice, Mešovice, Mladoňovice, Oponešice, Ostojkovice, Pálovice, Plačovice, Police, Rácovice, Radotice, Slavíkovice, Třebětice, Újezdec, Vratěnín).


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František Záruba: Karlswald, zapomenutý hrad Karla IV.?/ Karslwald, forgotten castle of Charles IV.?

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Abstract: The paper deals with the questions of existence of the Karlswald castle, and Charles IV being its possible builder. The castle is said to have been located near Weiden in south of Cheb District, and is evidenced by written sources in 1360–1361. However, it has not been located so far.

Keywords: Upper Palatinate – Cheb District – „New Bohemia” – castles – Charles IV

Resumé: Die Burg Karslwald wird zunächst in den Jahren 1360 und 1361 genannt, wo sie Karl IV. Zusammen mit Weiden und Parkstein im Egerland zu der böhmischen Krone im Rahmen des Aufbaus des Neuen Böhmens in Oberpfalz hinzugefügt hat. Aus späterer Zeit sind keine weiteren Nachrichten über Burg erhalten, trotzdem wurde Karslwald weiterhin bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts als ein böhmisches Lehen bezeichnet. Im Rahmen des Prozesses der Abschaffung der böhmischen Lehen im Reich blieb die amtliche Fahndung nach der Burg ganz erfolglos.
Die bisherige Literatur behauptet, dass Karlswald eine untergangene Lokalität irgendwo im südlichen Teil des Reiches ist. Dies stellt aber nur eine Möglichkeit aus mehreren Interpretationen dar. Ferner dürfte die Burg nur in den ersten Phasen ihres Ausbaus, oder in ihrer Gründungsphase erwähnt werden, also in der Zeit, wo sich die Besitzverhältnisse, welche dem Bau hervorgegangen sind, erst herausgebildet haben. Die Burg konnte in diesem Fall nicht de facto, sondern de iure entstehen und deswegen begegnen wir sie in den Schriftquellen. Solche Interpretation scheint vor allem für die Zeit als denkbar wo „Bohemia nova“, kein kompaktes Gebiet war.
Nach dem Anschluss zum Königreich Böhmen Königreichs kam es nicht zum Burgenbau und Karlswald ließ nur undeutliche Spuren in den schriftlichen Quellen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Karlswald nur ein zweiter Name der heute anders genannten Lokalität ist, welcher sich schließlich nicht durchgesetzt ist. In Betracht kommt vielleicht die Burg Floss (geg. Flossenbürg), welche von Karl IV. zu Böhmen schon im Jahre 1357 angeschlossen wurde, jedoch bei eigentümlichen Umständen, die ihre Eingliederung zum Böhmen in Frage stellen konnten. Karl IV. konnte sie unter anderem Namen dem Reich einfügen, was faktisch einen Schritt der Rechtsicherung seitens des Kaisers darstellt.
Aus den hier diskutierten Möglichkeiten scheint als die sinnvollerste solche Meinung, dass es um einen
nicht realisierten Versuch um eine Burggründung in der Umgebung von Weiden handelt. Warum wurde das Projekt nicht beendet, bleibt unklar. Vielleicht fokussierte Karl IV. seine Aufmerksamkeit auf andere Probleme. Das Projekt „Karlswald“ blieb also nur auf dem Papier, bzw. auf dem Urkundenpergament, und eben diese Medien haben Karlswald zusammen mit Weiden und Parkstein, zu Böhmen angeschlossen.


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Aleksander Andrzejewski – Jan Salm: The Castle in Pińczów: Research, Protection and Exposition of Relics/Hrad v Pinczówie: výzkum, ochrana a prezentace jeho pozůstatků

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Abstrakt: Hrad ve městě Pińczów, jehož vznik je možné datovat na konec 13. století, byl formován složitým stavebním vývojem. Jednotlivé stavební fáze objektu i jeho stavební podobu je možné rekonstruovat na základě informací získanými archeologickým a stavebně-historickým průzkumem. Klíčovou otázkou však zůstává koncept památkové prezentace této lokality.

Klíčová slova: Pińczów – hrad – archeologie – středověká architektura – památková péče

Resumé: Die Burg in Pińczów, die am Ende des 13. Jahrhunderts entstand, hatte eine sehr komplizierte Bauentwicklung, die mit dem Ausbau der neuzeitlichen Festung gekrönt wurde. Das Burgareal diente im Laufe seiner Existenz verschiedenen Zwecken, die die Spuren in der Burgbebauung und ihrer unmittelbaren Umgebung hinterließen. Die erhaltenen Terrainrelikte und Ruinenarchitektur, die von der Burg und Festung bis heutigen Tagen erhalten blieben, sind durch die Methoden der archäologischen und bauhistorischen Untersuchung erforscht und dokumentiert. Durch das Studium dieses Objekts wird nicht nur die Dokumentierung der Entwicklung von der Fortifikationsarchitektur in Kleinpolen ermöglicht, sondern es bringt vor allem wichtige Erkenntnisse zur Umwandlung der mittelalterlichen Burg in eine frühneuzeitliche Residenz und folgend in eine neuzeitliche Festung.
Die Eingriffe in das Denkmal führen oft zur Umgestaltung des Objekts – gegensätzliche Interessen vertreten dann die Denkmalpflege und die auf die Lokalität gelegenen Anforderungen hinsichtlich der Wiedernutzung und Präsentation für die Öffentlichkeit. Ein ganz spezifisches Problem stellt die Landschaftsumgebung der Lokalität dar. Die Lösungen von diesen Fragen spiegeln sich in verschiedenen Projekten der Denkmalpflege und Präsentation dieser Lokalität wider.


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Bogusz Wasik: The beginnings of castles in the Teutonic Knights’ state in Prussia/Počátky hradů v Státě Řádu německých rytířů v Prusku

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Abstrakt: Článek se zabývá počátkem stavby hradů ve státě Německého řádu v Prusku v letech 1230 až 1280. Byla to doba dobývání a postupné konsolidace země, kdy monumentální zděná architektura neměla šanci na rozvoj. Tvrze dřevohlinitých konstrukcí převládaly a měly by být považovány pouze za kolonizační nebo "přechodné" hrady. Nedávný výzkum rozšířil naše znalosti o počátcích kamenných a cihelných hradů, které se začaly objevovat už ve sledovaném období a sestávaly z malých komplexů s obvodovými hradbami a jednou budovou.

Klíčová slova: hrady Řádu německých rytířů – stát Německého řádu – Prusko – stavební techniky

Resumé: Die in das Kuyavian-Vistula-Land ankommenden Deutschen Ritter bauten in den danach kommenden Jahrzehnten eine Reihe von Festungen aus Holz und Erde. Die Festungen sollten das eroberte Land schützen und die Positionen der neuen Ordnung stabilisieren. Das galt insbesondere in der Zeit der bedeutenden sozioökonomischen Veränderungen, die aus der Einführung eines neuen Regelsystems und aus der Entstehung und Entwicklung von neuen Siedlungen erfolgten. Die errichteten Festungen bildeten keine direkte Fortsetzung von früheren mittelalterlichen Siedlungen und sollten als Kolonialisierung und als temporäre Burgen betrachtet werden (diese werden von verschiedenen Formen repräsentiert: Bollwerk, Wallumfang, seltener auch Motte-Typ). Sie wurden entweder an der Stelle der frühmittelalterlichen Siedlungen, oder außerhalb erbaut. Sie wurden mit Bollwerken befestigt und geschützt, die Häuser aus einer leichten Skelettkonstruktion wurden damit kombiniert und dienten den neuen Mönchsherrschern des Landes. Normalerweise enthielten die Festungen auch eine Kapelle und wahrscheinlich ein Refektorium, das aufgrund der Ordensregeln gefordert wurde.
Seit der Hälfte des 13. Jahrhunderts (Toruń, Starogród, Balga, Dzierzgoń?) und vor allem seit den 70er Jahren des 13. Jahrhunderts (Bierzgłowo, Grudziądz, Pokrzywno) wurden die ausgewählten Objekte in den Zentren von neu positionierten Kommandanten, die ursprünglich einen Holz-Erde-Charakter hatten, von einfachen Forts zu Ziegelbauten mit charakteristischen Einzelhäusern umgebaut, die sich auf die Lage einer Kapelle beziehen. Die Errichtung von neuen komplexen Flügeln war bis dahin nicht geplant und wurde erst nach Ende des Jahrhunderts laut völlig neuen architektonischen Vorstellungen hinzugefügt. Diese ersten Entwürfe waren wahrscheinlich nie fertiggestellt worden. Der Bau von Umfassungsmauern, die die alten aus Holz und Erde ersetzten, begann mit unregelmäßigen Arrangements mit einzelnen Häusern und Holzhausbauten aus der vorigen Periode (sie ähneln in Form den teutonischen Kommandanten aus dem heutigen Gebiet Deutschlands und Tschechiens, als besonderes Beispiel dafür kann das tschechische Schloss Bradlo mit der ähnlichen räumlichen Konzeption genannt werden).
Die Wände wurden in schmalen Fundamentgräben errichtet, Stein - im unteren Teil, Ziegel – höher – und in der Regel ältere Befestigungslinien. Die Erdwerke wurden entweder ganz, oder teilweise entfernt – in den oberen Ebenen. Damals wurden keine anderen Erdwerke durchgeführt, die für die späteren Zeiten charakteristisch waren, also bei einigen Burgen blieb an den Vorhöfen ein differenziertes Terrainprofil.


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Bogusz Wasik – Marcin Wiewióra: Castra Terrae Culmensis – the Results of New Studies of Castles in Chełmno Land (Starogród and Unisław)/Castra Terrae Culmensis – výsledky nových průzkumů hradů Chlumenska (Starogród a Unisław)

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Abstrakt: Příspěvek prezentuje výsledky studia hradů Starogród and Unisław, které probíhajív rámci výzkumného projektu Castra Terrae Culmensis – na rubieży chrześcijańskiego świata (Castra Terrae Culmensis – na okraji křesťanského světa). Obě lokality se nachází v Chlumensku v severním Polsku, na území bývalého státu Německých rytířů. Vzhledem k jejich torzálnímu dochování ve stavu ponejvíce terénních reliktů bylo dosavadní poznání těchto hradů na velmi nízké úrovni. Oba hrady se vyvinuly z původních dřevohlinitých pevnůstek. Starogród je jednou z nejstarších pevností německých rytířů – staré Chełmno, což značí jeho nepravidelný půdorys, zatímco Unisław byla nejmalebnnějším hradem, pokud jde o sídlo nižších řádových představitelů.

Klíčová slova: Starogród – Unisław – hrady Řádu německých rytířů – Chlumensko

Resumé: Die Burgen von Starogrod und Unislaw blieben bis heute nicht erhalten und die Kenntnisse darüber waren noch vor kurzem ziemlich gering. Durch die im Rahmen des Projekts "Castra Terrae Culmensis – am Rande der christlichen Welt" durchgeführten Studien wurde diese Situation wesentlich verändert. Starogród (eigentlich die Burg Alt Kulm) war eines der ältesten Zentren der deutschen Macht in der Region. Im Jahre 1232 wurde an der Stelle einer Befestigungsanlage eine Burg vom Deutschen Orden angelegt. Bisher wurden die Versuche erfolglos unternommen, die Stadt Chełmno daneben zu lokalisieren. Die Forschungen der Hohen Burg entdeckten die Relikte und Siedlungsschichten dieser Festung aus Holz und Erde aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts. In der Mitte des 13. Jahrhunderts oder später wurde sie in ein gemauertes Objekt umgewandelt, jedoch können die Erdwerke vom Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts identifizieren werden. Die Hauptgebäude mit einem Untergeschoss sind nach Westen und Südwesten orientiert. Das Areal umfasst unter anderem eine Kapelle und ein Refektorium. Im Westflügel befanden sich auch ein Dansker (Toilettenanlage) und ein Kreuzgang. Im Norden und Osten wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein einstöckiges Gebäude mit einer Küche, Bäckerei und Brauerei errichtet. Auf der Vorhofseite wurde die Burg von einem Parcham und einem Wassergraben abgeschirmt. Die Burg hatte zwei Vorhöfe: einen inneren aus dem Mauerwerk und den anderen aus Erde und Holz.
Das Schloss in Unisław wurde auch als Hauptzentrum seiner Umgebung gegründet. Diese Festung wurde um 1285 erbaut und funktionierte bis zum ersten Viertel des 14. Jahrhunderts. Es war von einer steinernen Wallanlage umgeben; innen befanden sich ein von einem Hypocaustum-Ofen beheiztes Gebäude und eine metallurgische Werkstatt. Im zweiten Viertel des vierzehnten Jahrhunderts wurde die Burg zum Sitz von Prokuratoren; in dieser Zeit veränderte sich auch die Mauerwerksstruktur. Den Hauptteil bildete ein großes turmartiges Gebäude. Es wurde auf den Arkadenfundamenten errichtet und die oberen Etagen wurden wahrscheinlich aus Flechtwerk gemacht. Es wurde auf der Stirnseite von einer Verteidigungsmauer abgeschirmt. In der Nähe befand sich eine Küche, und um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert entstand hier noch ein weiteres Gebäude. Zu dieser Zeit wurde ein Torturm ausgebaut und die Küche wurde umgebaut. Außerhalb der Hochburg befanden sich auch zwei Vorhöfe aus Erde und Holz. Die Burg wurde im dreizehnjährigen Krieg in der Mitte des 15. Jahrhunderts zerstört.